Die Selberbruzzler - Eine Chronologie des Scheiterns

 

Die Idee, einen Fahrradrahmen aus Rohren und Muffen selbst zu bauen, war der Anfang für eine Wiener Gruppe von Fahrradenthusiasten sich mit dem Thema Fahrradrahmenbau zu beschäftigen. Der Wunsch, die eigenen ganz persönlichen Vorstellungen von einem Fahrrad umzusetzen, war bald über die Bedenken gestellt, woher das notwendige Wissen denn dazu kommen soll. Ehrgeiz und manuelle Fähigkeiten alleine helfen nicht, wenn praktische Erfahrungen zum Thema fehlen. Noch schlimmer, wenn alle Beteiligten aus Berufen kommen, die mit der Metallverarbeitung rein gar nichts am Hut haben. Was also tut man, wenn man ein Problem alleine nicht lösen kann? - Man macht es öffentlich. Der Start des "Selberbruzzler" Projektes erfolgte mit einem Aufruf in einem österreichischen Fahrrad-Forum im September 2010.

Das Ziel war interessierte Mitstreiter und eine Werkstatt zu finden sowie das erforderliche Wissen zusammen zu tragen. Die Erfolge und das Scheitern - Besser das "Sammeln von Erfahrungen" - sollte durchaus für Jedermann nachlesbar sein. Der Erfolg dieses Hilferufs - mittlerweile (Jänner 2011) fast 220.000 Leser und knapp 3.000 Beiträge – ist wohl auch auf den Einstieg von mehreren professionellen Rahmenbauern (Georg Blaschke, Ulrich Vogel, Kai Bendixen, Thomas Veidt u.a.) zurück zu führen. Unzählige Tipps haben den Beitrag im Forum wesentlich aufgewertet und einen maßgeblichen Beitrag zum Entstehen der selbstgebauten Rahmen und Räder geleistet.

Von Beginn an war auch die CAD Software "rattleCAD" als ein nützliches Werkzeug mit dabei. "rattleCAD" bietet eine grafische und parametrisierte Konfiguration von Fahrradrahmen. Es liefert geometrische Darstellungen des Rahmens und eine Darstellung des fahrfertigen Fahrrads. Rohrabwicklungen der wichtigsten Verschneidungen am Fahrradrahmen unterstützen die Arbeit in der Werkstatt. Aus den praktischen Erfahrungen des "Selberbruzzler" Teams konnte auch das Software Projekt "rattleCAD" großen Nutzen für die Weiterentwicklung ziehen. "rattleCAD" ist Open Source und gratis verfügbar. Über all die Versionen sind mittlerweile (Jänner 2011) über 7.000 Downloads auf sourceforge.net zu verzeichnen. Was dieses Projekt einzigartig macht ist, dass es zeigt, wie es mit wenigen Mitteln und trotz des fehlenden Basiswissens möglich ist aus einer Mischung an nötiger Motivation und der Hilfe von Profis, die sich nicht scheuen ihr Wissen öffentlich zur Verfügung zu stellen, so ein Projekt umzusetzen.

In den nächsten Wochen werden wir hier die Homepage erweitern und unsere Erfahrungen und Tipps an die Welt weiterreichen.

 
Bei den Altmetallsammlern
Geschrieben von: Manfred   
Sonntag, den 24. November 2013 um 22:18 Uhr

 

 

Dann und wann dürfen wir aus Enge und Dunkelheit der Werkstatt flüchten. Erholung ist angesagt, doch nicht nur. Eigentlich fast gar nicht, denn genau genommen ist es ja eine Dienstreise, die wir, zumindest teilweise, jedes Jahr antreten.

Der Termin ist immer im Frühherbst (in Österreich), am Ziel ist es Spätsommer. Richtig, es geht Richtung Süden, genauer in die Toskana, noch genauer: ins Chianti.

Dort treffen sich alljährlich etwa 3000 Verrückte, die in diversen Verkleidungen auf viel zu alten Fahrrädern über viel zu schlechte Straßen fahren. Das Ganze nennt sich „l’Eroica“, ist mittlerweile ein weltbekanntes Spektakel und ja, es macht Riesenspaß. Heuer sollten erstmals fast alle Selberbruzzler als Werksteam am Start stehen. Soweit zur Theorie. Schon vor der Abfahrt die ersten Ausfälle und nach reichlichem Konsum des örtlich Vergorenen wird die Teilnehmerzahl nochmals reduziert. Das Wetter am Vortag lässt dann die letzten wackeren Helden zweifeln, es ist kühl und es gießt in Strömen. Mit dem ersten Blick aus dem Fenster am Renntag sind diese Zweifel allerdings verflogen und so gehen in Summe drei Selberbruzzler - Philipp, Ernst, Manfred - in Gaiole an den Start.

Erstgenannter nimmt in seinem jugendlichen Übermut gleich die zweitlängste der vier möglichen Strecken in Angriff, 138km, während den beiden gesetzteren Herrschaften auch 78km reichen sollten. Wer von den dreien als erster wieder das Ziel erreicht, bedarf keiner näheren Erwähnung, zum Glück ist die l’Eroica ja kein Rennen im eigentlichen Sinn, sondern ein Erlebnis und zu erleben gab es wieder einmal genug. Landschaft, Wege, Labestellen, Mitstreiter und ihre Rösser, all das ist sehenswert und wurde in der Weite des Internets schon 100fach beschrieben.

Schwer zu beschreiben sind allerdings die Schmerzen und Mühen, die einen unterwegs öfter am Material und am eigenen Verstand zweifeln lassen. Doch mit dem Abstand einiger Tage ist dann doch wieder klar, dass man sich im Februar wieder dem seltsamen Anmeldeprocedere unterwerfen wird, rechtzeitig um Urlaub in der Firma und Freigang von zu Hause ansuchen und monatelang grübeln wird, welcher fahrbare Untersatz die fehlende körperliche Vorbereitung wohl am besten auszugleichen vermag.

Ein paar Fotos gibt es auch:

von Hermes

von Cardellino

 

 
Eroica 2013 - der Arbeitsteil
Geschrieben von: Manfred   

Damit Ausflüge, wie die Reise zur Eroica in der Toskana, nicht nur dem Vergnügen dienen, haben wir auch immer etwas Arbeit dabei.

 

Dieses Jahr:

 

Vetta vs. Crisp

 

Alu vs. Titan

Werkstatt vs. Studio

Introvertiert vs. extrovertiert

Alt vs. Jung

Rationalität vs. Verspieltheit

Medaillen vs. Internetruhm

Tradition vs. Moderne

 

Vetta_2013

 

Einen größeren Gegensatz als die beiden Rahmenhersteller kann man abseits der Fließbandproduktion kaum finden.

 

Auf der einen Seite ein kleiner Italiener, der seit Jahrzehnten unter eigenem Namen und für zahlreiche andere Hersteller (auch große Namen) relativ große Stückzahlen in einem Vorort von Padua, in einer Werkhalle ohne Fenster produziert.

 

Auf der anderen Seite ein gebürtiger Amerikaner, der während seines Studiums in Mailand mit dem Rahmenbauvirus infiziert wird und Jahre später in einem modernen Studio auf einem Hang mit freiem Blick über die Toskana hochwertige Titanrahmen in geringer Stückzahl schweißt. Der eine produziert etwa 300 Rahmen im Jahr, der andere ein Zehntel davon. Bei dem einen bekommt man einen nackten Alurahmen unter 200 Euro, bei dem anderen gibt es um das 10fache immer noch nichts.

 

Doch so unterschiedlich beide Hersteller sind, eines haben sie doch gemeinsam: sie sprechen gerne über ihre Arbeit, ihre Werke. Ich hatte den Eindruck, dass beide froh waren, uns berichten zu können, auch wenn wir nichts gekauft, sondern nur den Betrieb aufgehalten haben.

 

Crisp_2013

 
Homepage wird befüllt
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 30. August 2013 um 18:49 Uhr

Sensation, die Homepage wird jetzt langsam befüllt!!!!

 
We are bespoked

Dieses Jahr gibt es gleich zwei Neuerungen bei der jährlich stattfindenten Fahrradmesse "Bespoked", die in Europa "die" wichtigste Messe für handwerklichen Fahrradbau ist.

Zum einen findet sie erstsmals in London statt (bis jetzt in Bristol), und zum anderen werden die Selberbruzzler sich ebendort präsentieren.

Also: "Schauts euch das an"

Bespoked

 
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