Wiener Fahrradschau 2016 – Sieg beim Heimspiel

Eine Nachbetrachtung

Fahrradschau in Wien – als wir das erste Mal von der Erstausgabe eines Wiener Ablegers der großen Berliner Rad- und Lifestylemesse hörten, war sofort klar, dass wir da dabei sein wollen, vielmehr müssen. Schwäbisch Gmünd, London, Berlin und Friedrichshafen hatten wir ja schon hinter uns, was fehlt da noch?

Nun also Wien.

Messe daheim heißt für uns, dass wir uns nicht lumpen lassen. Letztendlich wurde es (unbeabsichtigt) einer der flächenmäßig größten Stände der Messe. Die Standgestaltung war stark beeinflusst von der genialen Palettenhausidee der beiden jungen Architekten Schnetzer/Pils. Bögen aus Europaletten, lediglich mit durchgesteckten Kanthölzern verbunden und so stabil, dass man darauf stehen kann. Heißt: Wenig Aufwand bei Auf- und Abbau, sowie keine Beschädigung der geborgten (neuen) Paletten.

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Selberbruzzler Stand

Die Räder sollten auf diesen Bögen stehen, die Befestigung wurde erst beim Aufbau des Messestandes am Freitag endgültig entschieden. Was ausgestellt werden sollte, war auch bald klar: In erster Linie Kinderräder, bei ausreichend Platz auch noch Erwachsenenräder.

Auch schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt wurde unser Bruzzlerfreund Thom aus Innsbruck eingeladen, auf unserem Stand sein total verrücktes Trike auszustellen. Er baut unter dem Namen Podenco Cycles Fahrmaschinen für seine downhillbegeisterte Lebensgefährtin, die nach einem Unfall vor einigen Jahren im Rollstuhl sitzt. Einen Bericht über sein Schaffen gibt es hier:
WFS 2016: Selberbruzzler collective’s budding Podenco Cycles, from Balance to Handuro

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Podenco Cycles

Die Messe selbst war ein großartiges Erlebnis. Der Standaufbau ging genauso schnell wie vermutet, letztendlich hatten wir 6 Kinder- und 4 Erwachsenenfahrräder der Selberbruzzler, dazu noch Thoms Trike, ein MTB und das Laufrad seines Sohnes (mit Lefty und Scheibenbremse) auf 22 m² Fläche untergebracht.

Drei Tage Messe heißen hunderte Gespräche mit Besuchern, selbst wenn man, wie wir, den Besucheransturm mit mehreren Leuten begegnen kann, ist man am Abend heiser und geschlaucht. Es ist aber schön zu erfahren, dass die Arbeit geschätzt wird, dass so viele Leute uns und unsere Arbeit schon kennen und uns ermutigen, weiter zu gehen. Dies wird in Zukunft möglichweise durch das Anbieten von Rahmenbaukursen geschehen – fast 90 Leute haben daran Interesse bekundet! Das ist ein klarer Auftrag an uns, die Umsetzung wird gerade geprüft.

Messe heißt aber auch Kennenlernen der anderen Aussteller, Kontakte knüpfen und pflegen, interessante Produkte sehen, inspiriert werden.

Einige Rahmenbauer und Radproduzenten, mehr oder weniger prominent, waren vertreten, darunter Arko Bici aus der Slowakei mit seinen schönen Rahmen und Vorbauten, Zullo mit klassischen Stahlrahmen und Nevi mit Titanrahmen aus Italien, Meerglas aus Deutschland mit feinen Randonneurrädern, Bambooride aus Wien mit Bambus/Carbonrädern und noch viele andere.

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Arko Bici – Slowakei

Daneben gab es noch jede Menge an Elektrorädern, Falträdern (Highlight war ein faltbares Mountainbike!) und Stangenware aus Fernost. Einige große Radhändler waren vertreten, als auch kleine Händler, die Marktnischen abdecken wie zum Beispiel Reanimated-Bikes, die aus weggeworfenem Material wieder einsatzfähige Fahrräder für den Stadtgebrauch bauen.

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Der Stand von Reanimated-Bikes (Wien 1070)

Ein großer Bereich der Messe war auch dem Segment der Lifestyleartikel gewidmet, hier spannte sich der Bogen von der Bike Jeans bis zu Einrichtungsgegenständen aus alten Fahrradrahmen bzw. -teilen von Fahrradfilet.

Auch das Rahmenprogramm hatte einiges zu bieten, Bikepolo war eine der Attraktionen, beim Radrace, einem Cyclocrossrennen in Teams, teils in der Halle und teils im Freien ausgetragen, nahm sogar die Selberbruzzler Mannschaft (Manfred und Andi) teil.
Ein Ausstellungbereich mit Bildern zum Thema Radfahren und zum Thema Wiener Mechanikerfahrräder, zahlreiche Vorträge (auch die Selberbruzzler durften zum Volk sprechen), Filme und Radflohmarkt rundeten das Programm der Messe ab.

Eines der Highlights der Messe am Eröffnungstag war die Präsentation des Projektes „Ridentity“ – ein Fahrrad, das das Kunsthandwerk aus allen 23 Bezirken der Stadt in sich vereint. Mit dabei natürlich auch die Selberbruzzler, wir konnten den Vorbau zu diesem Projekt beisteuern.

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Ridentiy – Beitrag der Selberbruzzler – Wien, Hernals

Sonntagabend war dann auf einmal Schluss. Noch ein paar Worte mit den Standnachbarn gewechselt, Stand abgebaut, Holz verstaut und ab nach Haus unter die Dusche. So lange sich die Vorfreude und Vorbereitung hingezogen hat, so plötzlich sind das Ende und der Alltag wieder da.
Der Montag ist wieder ein normaler Arbeitstag – wenn da nicht die tausend Erinnerungen, Gedanken und Fotos und Berichte der Kollegen wären ….

Alle Fotos von uns sind hier zu finden: Flickr

Einen schönen Bericht über uns, unsere Gäste und die Messe als solches findet ihr auch im Bikeboard.

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